Großformat mit dem iPhone? Ein Experiment – Zillernaut I – IV.

Ich gebe zu, mich gern mit neuer Technik, mit neuen Apps und Gadgets zu beschäftigen. Als mir vor einiger Zeit Exolens* über den Web-Weg lief, wusste ich zwar noch nicht, was ich damit tue, aber zumindest, dass ich etwas damit tue. Also schleunigst in den nächsten Apple Store und das Zeiss-Objektiv gekauft (was übrigens im Store auch zu Bewunderung geführt hat, offensichtlich kaufen nicht so viele Menschen dieses Objektiv. Wenn ich nicht sogar der einzige war :-)).

Eine Überlegung zum Projekt war schnell angestellt: ich werde mit dem iPhone 6s, der Hydra-App** und dem Exolens* einige Landschaftsaufnahmen erstellen und anschließend mit meinem Raumfahrer zu einer Collage zusammenstellen.

Einige Wochen später war es dann soweit. Ab in die Berge nach Tirol, ins Zillertal. Der Vollständigkeit halber noch ein Gorillapod als Stativ und eine Powerbank eingepackt. Das Ganze passt hervorragend in einen kleinen Rucksack, wiegt nicht viel und ist aufgrund des sehr einfachen Systems schnell zusammengebaut. Die Halterung für das Objektiv beinhaltet ein Gewinde, an das man direkt das Stativ anschrauben kann. Insgesamt ist es sehr stabil, das Objektiv schraubt man ebenfalls an die Halterung. Mitgeliefert wurden 2 kleine Stoffbeutel sowie eine aufsteckbare Sonnenblende. Das Weitwinkel hat eine Brennweite von ca. 18mm (umgerechnet auf das Kleinbildformat). Anschließend schiebt man das iPhone in die Halterung, einfacher geht es nicht.

Die Hydra-App macht mit Hilfe der Mehrfachbelichtung idealerweise ein Bild mit der Größe von 32MP (weitere Optionen möglich). Nun ja, aus der Hand ist dieses kaum möglich, da Bewegungen zumeist zu einem Abbruch der App führen. Man sollte sein Smartphone also entweder per Hand aufgelegt oder am Boden oder – wie ich – direkt auf einem Stativ fixieren. Dann folgt auch schon das nächste Problem: Bewegungen im Motiv werden als Unschärfe dargestellt. Der Fotograf und das Motiv sollten also möglichst keine Bewegung durchführen.

Ich habe diese Bewegungen aber eher als Feature bzw. Gestaltungselement angesehen. In den von mir hier veröffentlichten Werken sind ganz klar Bestandteile des Motivs verwischt. Herrlich. So bekommt das Ganze seine Eigendynamik und damit spannende und nicht ganz vorhersehbare Motive. Mir gefällt´s.

Die Collage habe ich am Ende doch mit Photoshop erstellt. Zurzeit gibt es wohl keine App, mit der man freigestellte Objekte einigermaßen realistisch in andere Motive mappen kann. Hierzu sind einfach zu viele Parameter wie Perspektive, Lichtverhältnisse, Masken usw. zu berücksichtigen. Das kann man tatsächlich nur mit einem Tool wie Photoshop vernünftig handlen.

Diese Serie werde ich in Kürze noch in einem größeren Format ausprinten lassen. Mal sehen, wie gut das klappt und bis zu welchem Format das sinnvoll ist. Ich werde davon an dieser Stelle wieder berichten. Weitere Arbeiten werde ich dann aber doch wieder gern mit meiner DSLR vorbereiten.

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* Exolens: Weitwinkelobjektiv von Zeiss mit Halterung für das iPhone. | Weitere Infos

** Hydra: App für die Erstellung von Photos mit bis zu 32MP auf dem iPhone. | Weitere Infos